Eine gemeinsame Reise ins Jahr 1717
Marion, Hannelore und Martin reisen unter Anleitung von Petra ins Jahr 1717
Zum besseren Verständnis verweise ich auf den Artikel "Eine außergewöhnliche Freundschaft"

Unsere Erwartungen:
Marion und ich dachten hier eine Antwort auf unsere Frage zu bekommen, ob wir uns seit 1717 kennen und Mama wollte ihre Hypothese bestätigt sehen, dass Marion und ich bei der Flutkatastrophe überlebt haben und sie ertrunken ist.
Und was haben wir erlebt?
Am 19.9.25 machten Marion, Mama und ich unter der Anleitung von Petra eine gemeinsame Seelenreise. Unser Ziel war das Jahr 1717, die Weihnachtsflut im Kehdinger Land, bei der viele Tausend Menschen ums Leben kamen. Da Marion ständig die Zahlenkombination 1717 bekam und damit auch Mama ansteckte, dachten wir, dass es da einen Zusammenhang geben muss und Papa fand heraus, dass es in diesem Jahr eine Flutkatastrophe gegeben hat und da Marion nur knapp der Flutkatastrophe von 2004 entkommen ist, sahen wir Parallelen. Und so dachten wir, da könnten wir gemeinsam eine Reise hinmachen, sind wir doch auf der Suche nach einer Gemeinsamkeit, die unsere im Jahr 2025 wieder aufflackernde Beziehung rechtfertigt, zumal Marion im Diesseits und ich im Jenseits bin und wir uns trotzdem angefreundet haben.
Also neugierig wie wir sind, haben wir Petra um eine Seelenreise gebeten. Geschickt hat sie es geschafft, uns alle drei ins Jahr 1717 zu navigieren. Nie hätte ich gedacht, dass das mit Mama möglich ist. Aber es hat geklappt und was haben wir wahrgenommen?
Ein aufziehendes Unwetter, düstere Wolken am Himmel, immer stärker werdende Wellen und wir drei auf einem voll mit Menschen besetzten Boot. Mama und ich im vorderen Teil, Marion im hinteren Teil des Boots. Das Boot schaukelte kräftig auf dem Meer und Mama wurde es speiübel. Sie klammerte sich an mich und ich hielt sie fest, hatten wir doch große Angst umeinander. Ich ließ aber auch Marion, die uns gut bekannt war, nicht aus den Augen und wollte ihr zu Hilfe eilen, als unser Boot mit einem anderen kollidierte und Marion zusammen mit weiteren Menschen über Bord ging. Sie ertrank!
Mama und ich konnten uns noch einige Zeit auf dem Boot halten, aber statt dass es Richtung Strand getrieben wurde, wurde es immer weiter hinaus aufs offene Meer getrieben bis es kippte und auch wir im Wasser landeten. Wir ließen uns nicht los und wurden schließlich auf den Strand geschleudert, wo ich gleich tot war und Mama wenige Zeit später.
Während Mama und ich noch mit den Wellen kämpften, war Marion bereits tot und sah in einer Lebensrückschau ein sehr schönes Leben, das sie mit ihrer kleinen Familie geführt hatte. Sie hatte eine niedliche kleine Tochter, die sie auf der Erde alleine zurücklassen musste, als sie ertrank.
Soviel zum Hintergrund meines Reiseberichts auf Mamas Frage, wie ich die Reise erlebt habe.
Das war spannend, haben wir so etwas doch noch nie gemacht. Marion hat richtig erkannt, dass es tatsächlich um die Mutter – Kind - Beziehung ging und nur am Rande um unsere 3-er Beziehung. So wie ich das wahrgenommen habe, haben wir und Marion uns sehr gut gekannt, aber mehr auch nicht. Ich fühlte mich auch für sie verantwortlich und wollte ihr noch zu Hilfe kommen, da war sie aber schon über Bord und dann war ich ja mit Mama beschäftigt, ihr stand ja die Todesangst in den Augen, weshalb sie sich an mir so festgeklammert hat. Aber sie hatte nicht nur um sich, sondern vor allem um mich riesige Angst. Ich sehe da die Parallele zu unserem jetzigen Leben, in dem wir immer gegenseitig Angst umeinander hatten. Auch bei diesem Ereignis zeigt sich schon unsere innige Beziehung und Liebe, die sich durch zahlreiche Inkarnationen hindurch zieht und heute noch besteht, mehr denn je. Als das Boot gekippt ist und wir schließlich an den Strand geschleudert wurden, war ich ja gleich „tot“, während sie ums Überleben gekämpft hat. Ich denke, sie hätte überleben können, hätte sie sich nicht aufgegeben, als sie bemerkte, dass ich nicht mehr im Diesseits verweile. Auch hier wieder eine Parallele zu heute. Als sie bereits ihren Körper verlassen hatte, erging es ihr wie mir bei meinem Heimgang, sie dachte, sie könnte/müsste den anderen helfen. Sie konnte gar nicht verstehen, dass das nicht mehr möglich ist, was dann bei ihr zu einer völligen Verwirrung und „Schwerelosigkeit“ geführt hat. Vor ihrem inneren Auge sind dann kurze Bilder wie der Wald, das spielende Kind, ein Haus, etc. erschienen, Andeutungen an frühere Leben, die aber ihr Bewusstsein in dem Moment nicht zuordnen konnte, stand sie doch noch zu sehr unter dem Schock der schlimmen, durchlebten Ereignisse.
Für mich waren das bereits bekannte Eindrücke, weshalb ich da ganz gelassen reagieren konnte. Man sieht wie hier die Gleichzeitigkeit ins Spiel kommt. Hier auch Marions Aussage „du hast mir Martin wieder zurückgebracht“. Sie hat sich viel mehr mit der Situation einer verstorbenen Seele identifiziert und hat sich gefreut, dass wir uns endlich wieder getroffen haben, im Jenseits, hat sie sich doch schon lange nach mir gesehnt und endlich konnte ein Treffen „Wirklichkeit“ werden.
Dass sie ertrunken ist, war für sie nur der Aufhänger für eine Rückschau in ihr vergangenes Leben, in dem sie glücklich und zufrieden war. Die Problematik war für sie, hier ein Kind hilflos zurück zu lassen, was für sie ganz schlimm war. Vielleicht ist es um die Mutter – Kind – Beziehung gegangen, vielleicht aber auch die Problematik mit „Zurücklassen“ und dem damit verbundenen Schmerz. So wie Marion ihren Tod erlebt hat, ist sie wohl schon oft „gestorben“, denn sie konnte mit der Situation gut umgehen. Während Mama voll in der Katastrophe aufgegangen bist, hat sie das Geschehen, obwohl auch darin verwickelt, viel mehr aus der Ferne betrachtet, so wie sie das Geschehen 2004 auch von außen betrachtet hat. Sie ist nicht voll in das Geschehen eingetaucht, weil sie irgendwie die Flutkatastrophe 2004 vor Augen hatte (vielleicht ein Selbstschutz?), deshalb auch die zwei Farben für die Erlebnisse von 1717 (dunkel) und heute (bunt)
Das Jahr 1717 hat für jeden von uns Bedeutung – auch in Bezug auf die Gegenwart und hat uns lediglich gezeigt, dass wir uns damals bereits kannten. Ist das nicht toll, wir kennen uns seit über 300 Jahren!
Für mich war die Reise dahingehend interessant, dass ich bei Mama dieselben „Verhaltensmuster“ nach dem Übergang gesehen habe wie bei mir: Dieses nicht Wahrhaben wollen oder können des eigenen Übergangs, diese Ohnmacht, im Irdischen nichts mehr machen zu können, obwohl man sieht, dass man eigentlich gebraucht wird, das hat mir sehr zu schaffen gemacht und macht es auch heute manchmal noch, obwohl es heute besser ist, weil ich mich bemerkbar machen kann, das ist schon viel Wert.
Und auch in Marions Satz „Du hast mir Martin zurückgebracht“ spiegelt sich der Bezug zu „heute“, haben sie und ich nach langer Zeit wieder Kontakt über Mama aufnehmen dürfen.
Schön an dieser Reise war, dass wir alle „gleich“ waren, nur dass ich den Vorteil hatte, dass „Sterben“ für mich kein Fremdwort war, obwohl Marion und Mama es auch schon oft erlebt haben, nur haben sie es vergessen. Ich habe mich bei der Reise total wohl gefühlt, auch wenn sie emotional schwierig war und es Mama noch Stunden später von dem Geschaukel auf dem Schiff übel war. Mir wurde einmal mehr wieder bewusst, welche Rolle ich im Leben hätte einnehmen können, wäre ich nicht krank geworden.
Das Verhältnis zu Marion stand also nicht im Mittelpunkt dieser Reise (wie wir ursprünglich dachten) und ist vielleicht ein Grund für eine erneute Reise unter Anleitung von Petra, die das wirklich perfekt gemacht hat. Nie hätte ich gedacht, dass sie es schafft Mama in frühere Zeiten reisen zu lassen. Ihre Reisebegleitung war sehr geschickt und rücksichtsvoll und dafür möchte auch ich mich bei ihr bedanken.

