Verschiedene Modelle machen
es nicht immer einfacher

Darstellung des NaCl-Kristalls (Kochsalz) mit den Cl- und Na+ Ionen als Kugeln, maßstäblich richtig
schwarz ... Na+
braun ... Cl-

Kochsalz
Mit Mama führe ich viele Gespräche über die geistige Welt, über den Übergang, über die Verbindungen zwischen unseren beiden Dimensionen. Und oft ist es schwierig für mich Mama zu erklären wie etwas funktioniert, wie sie sich etwas vorstellen soll. Dabei bin ich stets bedacht es so zu veranschaulichen oder zu erklären wie sie es im Moment verinnerlichen und begreifen kann. Wochen später, wenn wir dasselbe Thema wieder aufgreifen, kann ich es eventuell etwas modifizieren, weil sie in ihrer Entwicklung vielleicht wieder ein Stückchen weiter gekommen ist, sich ihre Trauer verändert, ihr Wissen erweitert hat. Und dann kommen die Momente, in denen sie etwas hört oder liest, was auf den ersten Blick so gar nicht zu ihrem aktuellen Wissensstand passt. Wie oft sage ich ihr, wenn dieser Sachverhalt stimmig klingt, dann akzeptiere ihn, nimm ihn als für dich im Moment schlüssige Erklärung an, ansonsten verwirf ihn. Aber damit ist sie oft nicht einverstanden, denkt sie dann immer, sie hätte mich falsch verstanden oder sie würde die Theorie von einem „Fachmann“ mal wieder nicht verstehen. Aber dem ist nicht so. Wie sich alles mit Bewusstsein, Seele, Inkarnation, Weiterleben ohne materiellen Körper, Kontaktaufnahme mit Vorausgegangenen, usw. verhält, weiß niemand wirklich im Diesseits. Es gibt zahlreiche Spezialisten, die sich intensiv mit der Materie auseinandersetzen, die in sich schlüssige Theorien aufstellen, aber ob die stimmen? Diese Theorien schlagen sich in den verschiedensten Modellen nieder, die mehr oder weniger verständlich für den einzelnen Leser sind. Und dabei fiel mir auf, dass die Modelle die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Global gesehen, haben viele recht, nur der Fokus ist bei jedem ein anderer. Und so kommt es, dass der weniger informierte Leser nur Widersprüche sieht, dabei ergänzen sich die Denkweisen oft gegenseitig, man muss nur verstehen, worauf der einzelne seinen Schwerpunkt legt.
Mir fiel da spontan meine geliebte Chemie ein. Da gibt es auch die verschiedensten Modelle, vereinfachte Darstellungen der Realität, wie z.B. Atommodell, Strukturformel, Molekülmodell, usw. Jedes Modell hat seine Berechtigung, der eine Wissenschaftler hat den Schwerpunkt auf die Anordnung der Elektronen um den Atomkern gelegt, der nächste auf die räumliche Anordnung von Atomen im Molekül und der dritte legt Wert darauf in welchem Mengenverhältnis die Ausgangsstoffe stehen um eine bestimmte Endverbindung zu erhalten. Jedes Modell für sich betrachtet sieht ganz eigenständig aus, in Wirklichkeit beschreibt es aber ein und dieselbe Verbindung, ein und dieselbe Substanz, nur aus verschiedenen Blickwinkeln.

Den Schülern werden die einfachsten Veranschaulichungen beigebracht, ihrem Wissen und ihrer Vorbildung entsprechend.
Und so ist es auch im Bereich der Medialität. Je nach Wissensstand sind die Modelle mehr oder weniger komplex, beschreiben tun sie oft dasselbe, vielleicht stark grenzwertig vereinfacht, immer an den Adressaten angepasst.
Und deshalb rate ich Mama immer das Modell anzunehmen, das ihr im Moment am schlüssigsten erscheint, das, mit dem sie im Moment am meisten anfangen kann, weil es ihr in der Trauer am meisten hilft. Die absolute Wahrheit wird sie erst verstehen, wenn sie im Jenseits ist.
Natürlich berichten einige Medien von übereinstimmenden Aussagen Jenseitiger zu bestimmten Sachverhalten. Das ist klar, denn auch bei uns gibt es Modelle, von denen wir überzeugt sind, dass sie für Zurückgebliebene am leichtesten zu verstehen und verarbeiten sind und der Wahrheit am nächsten kommen. Dabei hat jedes Medium seinen eigenen Wahrnehmungskorridor, in den hinein die Informationen von uns gegeben werden und dementsprechend eng oder weit kann es unsere Botschaft übermitteln. Jedem Medium sind andere Dinge wichtig und schon haben wir augenscheinlich widersprüchliche Aussagen, die aber in Wahrheit gar nicht widersprüchlich sind, zumindest keinen widersprüchlichen Ursprung haben. Deshalb rate ich Mama immer ihren Horizont zu weiten und die Aussagen aus verschiedenen Richtungen zu beleuchten, um zu verstehen, was damit gemeint sein könnte. Denn alles, was zum Verständnis des Jenseits im Diesseits verwendet wird, sind von uns liebevoll übermittelte, der Wirklichkeit so nahe wie möglich kommende, Modelle, um den Diesseitigen den Heimgang eines nahen Angehörigen etwas zu vereinfachen und erträglicher zu machen.
Wie schwer ist es auch für uns Jenseitige zu sehen wie die Diesseitigen leiden wegen unseres Heimgangs und dabei sind wir ihnen näher wie zu unseren Lebzeiten, nur sie sehen uns eben in der Regel nicht. Viele spüren uns energetisch oder nehmen das Band der Liebe, das uns verbindet, wahr, und finden darin etwas Trost und schöpfen Zuversicht. Wie oft sage ich Mama, sei dir gewiss, wenn du es willst (und ich weiß, dass sie es will), bin ich immer bei dir und bitte: verbreite diese so wichtige Botschaft unter den Zurückgebliebenen, um ihnen ein bisschen Mut zu machen, wenn sie gerade wieder zu tiefst traurig sind.
Bedenke immer, auch wenn du zweifelst und denkst, das muss doch alles ganz anders sein, und du im Moment mit den ganzen Modellen nichts anfangen kannst, die unendliche Liebe zwischen uns wird für immer und ewig bestehen bleiben, so wie auch wir uns für immer und ewig im allumfassenden Bewusstsein verewigt haben durch die Einzigartigkeit unserer Seelen.
