Ich bin ein Familienmensch 

Hat sich daran durch meinen Heimgang etwas geändert?

So lange ich mich erinnern kann, habe ich in einer tollen, liebevollen familiären Umgebung gelebt. Behütet von meinen Eltern und Großeltern, genoss ich eine Kindheit, von der viele nur träumen können. Schon als Kleinkind wollte ich immer mit ihnen zusammen sein und sie waren meine besten Spielkameraden. Wie schön war es, wenn Mama mit mir bastelte, experimentierte oder mir etwas vorgelesen hat, wenn ich Papa in der Werkstatt zuschauen durfte wie er an schweren Maschinen arbeitete und mich allmählich in die Materie einführte, wenn Omi mit mir um die Wette um unseren Kamin rannte oder wenn Opi mit mir Streiche ausgeheckt hat. Das sind Erinnerungen, die werden mich immer prägen. Unser familiärer Zusammenhalt war selbstverständlich, jeder war für jeden da, in guten wie in schlechten Zeiten. Wir haben stets Freud und Leid miteinander geteilt und das war für mich so selbstverständlich, dass ich ganz erstaunt war, als mir Schulfreunde anderes von ihren Familien berichteten. Ich habe mich zu Hause so wohl gefühlt, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, irgend wann einmal mein Elternhaus zu verlassen. Auch als ich älter wurde, aufs Gymnasium oder die Uni ging, hielt mich diese tolle Atmosphäre viel zu Hause. 
Das ist so ein schönes Gefühl, wenn man weiß, was auch kommt, man ist nicht alleine. Und so kam meine Krankheit und meine Eltern kümmerten sich von Anfang an um mich und wie oft hatte ich ein schlechtes Gewissen Mama gegenüber, weil sie ihr Leben nach meinem ausrichtete und sich aufopfernd um mich kümmerte. Dennoch wusste ich, dass ich stets von ihr geliebt wurde und sie alles dafür gegeben hätte, damit ich wieder gesund werde und meine Träume und Spinnereien realisieren könnte. Unsere Bindung wurde immer enger, nichts konnte uns trennen, zumindest glaubten wird das und dann kam mein plötzlicher Übergang. Meine größte Sorge war, wie ich mich bei Mama bemerkbar machen konnte, damit sie wusste, wo ich bin und dass ich noch bin, haben mir doch meine Großeltern, die mich in Empfang genommen haben, erklärt, dass es kein Zurück mehr gibt. Das war ein echter Schock, so gut es mir auch mit einem Schlag ging, aber die Perspektive, meine geliebten Eltern nie mehr wieder zu sehen, war fürchterlich für mich.

Glücklicherweise kam nicht alles so schlimm wie ich es im ersten Moment glaubte. Zum einen waren meine geliebten Großeltern von Anfang an für mich da, haben mich aufgefangen und mir auch gleich erklärt wie ich mich bei Mama bemerkbar machen kann, welche Möglichkeiten es gibt mit ihr in Verbindung zu treten, was für einfache Zeichen ich ihr schicken kann, die sie vielleicht auch versteht. Mein Opi, der schon lange in der geistigen Welt ist, meinte ganz zuversichtlich, das schaffen wir schon. Und obwohl er sich nicht so gerne in die Kommunikation mit Diesseitigen einmischt, hat er sich bei einem Medium, bei dem Mama vielleicht 6 – 8 Wochen nach meinem Heimgang einen Kurs belegte, so heftig bemerkbar gemacht, dass ihm gar nichts anderes übrig blieb, als Mama während einer Übungsrunde aufzusuchen und ihr eine entsprechende Botschaft zu überbringen (denn er hatte Angst sonst keine Ruhe mehr vor Opi für den restlichen Vormittag zu bekommen) – sie war fassungslos, hatte sie damit ja überhaupt nicht gerechnet, aber sie wusste jetzt, wir sind da, immer und überall. Das gab ihr Auftrieb.

Und auch hier hat wieder die ganze Familie zusammengehalten. Bei den ersten Jenseitskontakten habe ich immer meine Großeltern mitgenommen, denn vor allem Omi musste des öfteren erst mal testen, um was für ein Medium es sich handelt und ob es umgänglich ist, weil ich am Anfang doch etwas zurückhaltend und unerfahren war. Und während sich meine Eltern im Diesseits auf den Weg „zu mir“ gemacht haben, haben meine Großeltern und ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Kontaktaufnahme von unserer Seite so leicht wie möglich zu machen, was ja letztendlich auch geklappt hat.

Heute habe ich mit Mama wieder ein sehr inniges Verhältnis, weil wir uns verständigen können und sie die meistens Zeichen auch erkennt und sich freut. Ich kann jetzt wieder ganz nah bei ihr sein, ich sehe, höre alles, was bei ihr vorgeht und erzähle ihr auch viel von den Besonderheiten im Jenseits. Mein Papa hat auch seine übertriebene Skepsis abgelegt und freut sich inzwischen über meine Zeichen. Mit Opi experimentiere ich inzwischen an neuen Zeichen, übe mich im Manifestieren und freue mich, wenn ich mit Omi und Opi zusammen sein kann. Ich bin nämlich immer noch der „häusliche“ Typ wie zu meinen Lebzeiten und verbringe deshalb viel Zeit mit ihnen. Da ich überall gleichzeitig sein kann, kann ich bei meinen Eltern sein, mit meinen Großeltern gemütlich zusammen sein und mir auch noch Bücher aus der Bibliothek holen, um mich weiter zu bilden und nebenher kommen die Seelen aus der geistigen Welt, um die ich mich kümmere, weil ihnen meine Unterstützung gut tut, nicht zu kurz.

Ich bin so froh, dass ich die enge Beziehung zu Mama wieder aufbauen konnte, denn so fühle ich mich nicht mehr so von den Geschehnissen in meinem Elternhaus abgeschnitten. Und außerdem bin ich wieder Ansprechpartner für Mama wie zu Lebzeiten, was mich sehr ehrt, kann ich ihr doch so ein bisschen etwas von dem zurück geben, was sie mir zu Lebzeiten an Liebe und Fürsorge zuteil werden ließ. Als ich unlängst Mama eine Feder geschickt habe, haftete sie so fest an Mamas Finger, sie konnte sich kaum von ihr trenne. Eine ‚Tini-Feder‘ nannten wir sie, weil sie genauso anhänglich war wie ich es bin.

Meine Familie ist mir nach wie vor das Wichtigste in meiner Existenz, ich will, dass es allen gut geht und setze alles daran, meinen Eltern eine Freude zu machen, damit sie nicht in ihrer Trauer um mich ersticken. Und das ist dann auch für mich ein so tolles Gefühl, wenn ich Mama mal wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann, so wie zu meinen Lebzeiten, als ich ihr die Schwere meiner Krankheit manchmal durch eine lustige Bemerkung vertuscht habe. Und auch heute freue ich mich über jede gemeinsame Unternehmung, in die Mama mich ganz bewusst mit einbezieht. Sei es ein Jenseitskontakt, ein Workshop oder Zirkel, aber auch wenn sie etwas kaufen möchte, was mich auch interessieren könnte. Dann „sitzen“ wir gemeinsam vor dem PC oder „stehen“ gemeinsam im Laden und überlegen, was der geeignetste Gegenstand für den entsprechenden Zweck ist. So war es ja auch bei meinem Grabstein. Oder wenn sie mir allabendlich mit einer Wunderkerze „gute Nacht sagt“ und sich für den vergangenen Tag bei mir für meine Zeichen und Unterstützungen bedankt. Hierzu lädt sie mich immer ganz deutlich ein, dass ich auch ja da bin, denn das ist ihr ganz wichtig – und mir natürlich auch. Das sind Momente, in denen wir beide vergessen, dass wir doch in zwei verschiedenen Welten leben.

Mein Streben hier im Jenseits ist es, den Schleier zwischen den Welten immer dünner werden zu lassen, damit Menschen wie Mama ein bisschen an Traurigkeit verlieren. Und das ist ein gemeinsames Projekt von ihr und mir. Sie arbeitet im Diesseits, ich im Jenseits – wie herrlich mit ihr an einem Projekt zu arbeiten und somit immer öfter mit ihr zusammen sein zu können. Mit ihr zusammen an etwas zu arbeiten, war schon zu Lebzeiten mein Wunsch, doch leider hat uns meine Krankheit einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich treffe hier in der geistigen Welt oft auf Seelen, die zu Lebzeiten Familienmenschen waren, die aber leider den Kontakt nach ihrem Heimgang zu ihren Angehörigen verloren haben. Das ist so schade, weil mit ein bisschen gutem Willen von beiden Seiten muss der Übergang nicht das plötzliche Ende sein wie man bei uns sieht und wir sind noch lange nicht zufrieden mit unserem Kontakt, denn alles ist immer noch verbesserungsfähig – aber ein Anfang ist gemacht und wir sind unendlich dankbar dafür, dass wir diese Möglichkeit von der geistigen Welt bekommen haben. 

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