
Valentinstag: ein Fest der Liebe - ehrlich?
Am 14. Februar wird weltweit der Valentinstag gefeiert, wenn auch ganz unterschiedlich, je nach Kulturkreis. Ursprünglich das Fest der Liebe zwischen Partnern oder Familienangehörigen. So haben wir es auch zu meinen Lebzeiten gehalten. Wir haben uns eine Kleinigkeit geschenkt, einfach um dem anderen zu zeigen „Ich hab dich lieb“. Eine schöne Geste, die ich nicht missen möchte und die wir auch heute noch zelebrieren, obwohl es eigentlich komplett überflüssig ist, denn wir spüren in jedem Moment unsere gegenseitige innige Liebe. Aber der Mensch glaubt einfach immer noch mehr, was er sieht als dass er auf sein Gefühl hört. Ich habe Mama den Impuls für eine Rose im Glas gegeben und sie hat mir eine beleuchtete Rose geschenkt, denn unsere Tradition soll auch nach meinem Heimgang aufrecht erhalten bleiben. Und obwohl Mama von meinem Weiterleben weiß und überzeugt ist, ist es ihr heute doch sehr schwer gefallen, mir ihre kleine Aufmerksamkeit nicht „persönlich“ übergeben zu können. Wie schwer ist es doch für das menschliche Gehirn Denkmuster, die sich über Jahrzehnte eingebrannt haben, durch neue Erkenntnisse zu ersetzen. Mama fällt es auf jeden Fall unendllich schwer und ich habe noch keine Patentrezept dagegen gefunden.
Jetzt haben Mama und ich ja eine unendlich enge Verbindung, getragen von bedingungsloser Liebe, die nichts und niemand auflösen kann und die wir uns täglich in Kleinigkeiten auch zeigen, aber wie ist es bei so manch anderen?
Natürlich gibt es die Verliebten, da hat der Valentinstag schon große Bedeutung. Aber wie viele schenken Blumen, Pralinen oder sonstige kleine Aufmerksamkeiten „weil man es ebenso macht“. Wäre es nicht besser inne zu halten und sich zu überlegen was einem der andere Mensch wirklich bedeutet? Wie man ihm vielleicht im täglichen Leben, im ganz normalen Alltag zeigen kann wie wichtig er einem ist? Denn was viele vergessen ist, dass die echte Liebe das einzige zwischen Menschen ist, was alles überdauert: schwere Zeiten, Krankheiten und sogar den „Tod“.
Wir im Jenseits zehren von der bedingungslosen unendlichen Liebe, die wir von dem einen oder der anderen erfahren haben und auch heute noch erfahren. Daran erinnern wir uns gerne, sie nährt uns und gibt uns Energie und hält unsere Verbindung zum Diesseits aufrecht. Wie traurig ist es für so manch einen Jenseitigen, der keine Angehörigen im Diesseits hat, die ihn wirklich noch immer lieben, die wirklich in inniger Verbundenheit oft an ihn denken. Je inniger und bedingungsloser die Liebe zwischen Diesseitigem und Jenseitigem ist, desto fester und stabiler die Verbindung zwischen ihnen, was für beide Seiten nur Vorteile hat.
Und dann denke ich an die Liebe zwischen ganz fremden Menschen, die sich einfach so begegnen. Ein liebevolles, freundliches Wort hat schon manch einem den Tag versüßt. Der raue Ton, der allgegenwärtig unter den Menschen herrscht, macht sie krank, macht die Gesellschaft kaputt. Wie sehr wünsche ich mir, dass die Menschen wieder liebevoller miteinander umgehen, dem anderen helfen oder ein freundliches Wort gönnen, eine kleine Geste der Liebe zeigen. Was ist schon dabei, wenn man jemand im Alltag einen Gefallen tut, einem alten, einsamen Menschen einen Besuch abstattet oder wenigstens am Telefon für ein bisschen Abwechslung sorgt? Das sind für mich alles Liebesbeweise, Liebe natürlich nicht im romantischen Sinn, aber Liebe die bleibt, die Eindrücke hinterlässt und dem einen oder der anderen ein bisschen Licht in den trüben Alltag bringt.
Und so denke ich, sollte jeder für sich in sich gehen und darüber nachdenken, was für ihn Liebe bedeutet, ist sie doch eigentlich das, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Leider habe ich mir darüber zu meinen Lebzeiten auch nicht viele Gedanken gemacht, war ich doch viel zu sehr mit mir und meinem Alltag beschäftigt und so geht es wahrscheinlich den meisten Menschen. Nichts desto trotz möchte ich mit meinem Text den einen oder die andere ein bisschen wachrütteln.
Ich bin so froh, dass Mama nie aufgehört hat, mir ihre bedingungslose Liebe gegenüber zum Ausdruck zu bringen, so dass ich einfach auch nicht anders konnte, als das gleiche zu tun, bin ich doch in einer Umgebung aufgewachsen, in der ich gebettet von Liebe war und dieses Liebesbett hat mich bis zu meinem Übergang begleitet und begleitet mich auch heute noch. Denn das, was Mama auch nach meinem Heimgang in Liebe tut, macht manch einer nicht für seinen nächsten Angehörigen im Diesseits und das ist einfach von unschätzbarem Wert und dafür danke ich ihr auch zu tiefst. Meine vielen Zeichen, die ich ihr schicke, sind ein kleiner Dank für ihre unbändige Liebe und Aufopferung mir gegenüber – früher genau wie heute.
Und in meinen letzten Zeilen sieht man wie eng Liebe mit Dankbarkeit verknüpft sein kann (muss sie aber nicht, man denke nur an die bedingungslose Liebe), und allein schon zum „Danke“ sagen gibt es täglich soooo viele Gründe, man muss nur aufmerksam durchs Leben gehen.

