"Ich vermisse dich so,
vermisst du mich auch?"

„Ja, ich vermisse dich auch, aber vielleicht anders, als du es dir vorstellst. Du wünschst dir, mich wieder zu sehen, mich als Mensch wieder wahrzunehmen mit allem, was eben zum Menschsein gehört, aber das ist nicht so mein Problem. Wenn ich „Sehnsucht“ nach dir habe, kann ich sofort bei dir sein, in deiner Nähe, ich kann dich spüren, dich wahrnehmen, dich „sehen“. Und so könnte man annehmen, das Gefühl des „Vermissens“ existiert bei uns Jenseitigen nicht. Aber halt: ich bin in deiner Nähe, aber ich möchte mich irgendwie bei dir bemerkbar machen, damit du weißt, ich bin da und will mit dir reden, dir eine Botschaft überbringen. Und da wird es schwierig, denn eben mal kurz anrufen oder sich der Alexa zu bedienen, geht nicht mehr so einfach. Also versuche ich es mit zarten Zeichen, in der Hoffnung, dass du sie vielleicht bemerkst und erkennst, dass sie von mir sind. Und selbst wenn du sie erkennst, so kannst du doch nicht immer ihnen die Botschaft zuordnen, die ich dir gerne in dem Moment übermitteln möchte. Wobei ich sagen möchte, dass schon allein das Erkennen des Zeichens für mich eine große Erleichterung ist, denn oft kann ich ja mit den Zeichen auf die Botschaft hinweisen und wenn du sie dann auch noch verstehst, bin ich erleichtert und das „Vermissen“ ist abgeschwächt. Manchmal versuche ich es auch mit eindrücklicheren Hinweisen oder lasse z.B. unaufhörlich ein Ballonlämpchen, einen Katzenball oder deine Stehlampe flackern, falls sie eingeschaltet ist. Dann weißt du inzwischen, dass ich etwas ganz Dringendes von dir möchte bzw. dir mitteilen möchte. Und dann setzt du dich ja auch gleich mit mir in Verbindung – welch ein Geschenk, dass das bei uns so gut funktioniert. Dieses SOS mache ich aber nur bei ganz wichtigen Dingen. Sonst muss ich das Vermissen eben auch aushalten und abwarten, bis du dich mit mir in Verbindung setzt.
Ich habe mal meine Großeltern gefragt wie das bei ihnen so war, als sie in der geistigen Welt waren und wir im Diesseits keinen Zugang zu dieser Denkweise hatten. Sie meinten, dass es zum Teil schon ziemlich belastend war, wenn sie mit ihrer Botschaft „vor verschlossenen Türen“ standen. Das war dann auch für sie ein Lernprozess zu akzeptieren, dass sie vieles mitbekommen haben, aber uns gegenüber hilflos dastanden, weil eine Kontaktaufnahme nicht möglich war. Das hat ihnen oft weh getan, aber wie sie eben meinten: „Wir sind selber schuld, haben wir doch auch nicht daran geglaubt, dass das Leben nach dem Tod weitergeht.“
Und so hat sich durch meinen Kontakt mit dir auch für sie so einiges zum Positiven verändert und sie sind froh, dass sich die Türe ins Diesseits für sie geöffnet hat, obwohl sie mich natürlich lieber noch im Diesseits sehen würden. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, keinen Kontakt mit dir, mit dem Diesseits zu haben, denn dann wäre das Vermissen auf meiner Seite auch für mich ein echtes Problem – jetzt ist es „Jammern auf hohem Niveau“ wie man im Diesseits oft sagt.
Ich bin so froh, dass du dich der Medialität zugewandt hast und so hartnäckig geübt hast, bis wir richtig in Kontakt treten konnten und dafür danke ich dir vielmals. Ich spüre bei all deinen Bemühungen deine unendliche, innige Liebe, die hier „Berge versetzt hat“, anders kann ich es nicht ausdrücken, denn du musstest viele Grundsätze und Denkweisen über Bord werfen, um so mit mir weiterhin in Verbindung zu bleiben, was dir eben unheimlich wichtig ist und da setzt du dich auch über so manchen Stolperstein hinweg – und das alles aus reiner Liebe zu mir. Und da wird mir wieder einmal mehr bewusst, was von unserer aller Leben übrigbleibt, was in unserer aller Leben wichtig ist: die tiefe Verbundenheit und Liebe zu unseren Nächsten.
Und während ich dir diesen Text diktiere wird mir die Bedeutung des Geschenks mit dir so in Kontakt stehen zu dürfen, wieder einmal erst so richtig bewusst. Mir wird klar, dass es nicht selbstverständlich ist und dass ich diese Verbindung mit Demut und großer Dankbarkeit annehmen muss.“
