Die Vorweihnachtszeit früher und heute

 

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Wie gerne bin ich, als es mir gesundheitlich noch gut ging, mit Mama auf den einen oder anderen Weihnachtsmarkt gegangen. Diese Tradition hat sich eigentlich durch mein ganzes Leben gezogen, zumal ich es nie erwarten konnte, bis wieder alles so schön weihnachtlich dekoriert war, es nach gebrannten Mandeln, Glühwein, Bratwurst oder Maroni geduftet hat und so ein sentimentales Flair in der Luft lag. Das waren so schöne Momente, die wir da gemeinsam verbringen konnten. Wir gingen gemeinsam unsere Weihnachtsgans kaufen und überlegten uns, wie der Heilige Abend und die Weihnachtstage gestaltet werden sollten. Die Läden waren zum Teil so schön dekoriert und verbreiteten ein wundervolles Ambiente. Aber war es immer so gemütlich? Die Läden werden immer voller je näher der Heilige Abend kommt und die Menschen rennen gestresst durch die Straßen und Abteilungen, um noch schnell ein paar Geschenke zu ergattern und die Weihnachtseinkäufe für die Feiertage zu tätigen. Ist das die besinnliche Weihnachtszeit, von der viele immer träumen?

 

Zu Hause hat Mama immer versucht, das Haus so geschmackvoll wie möglich zu dekorieren und als ich noch klein war, hat sie täglich eine „Weihnachtspause“ in den Alltag integriert, in der wir zusammengekommen sind und gemütlich uns auf Weihnachten gefreut haben. Das waren ganz tolle Momente, die ich nicht missen möchte, die aber leider im Laufe der Jahre so langsam „eingeschlafen“ sind. Denn jeder war so im Alltag verwurzelt und gerade in der Vorweihnachtszeit musste ich immer viele Klassenarbeiten und Klausuren schreiben, Mama hatte zu korrigieren oder sollte zu Weihnachtsfeiern und so wurde aus der einst so gemütlichen Zeit eine der stressigsten Zeiten des Jahres. Ich habe immer wieder versucht, das Geschehen zu entschleunigen, aber gegen äußere Zwänge kam ich einfach nicht an. Und auch während meiner Krankheitsphase hat sich daran nicht so viel geändert. Da war noch dieser oder jener Arzttermin, der „unbedingt“ noch hatte sein müssen und mir die gute Laune auf Weihnachten verdorben hat. Schön waren da die Augenblicke, wenn Mama Weihnachtsgebäck gemacht hat und das ganze Haus nach Zimt, Vanille, Rum und vielen anderen Gewürzen duftete. Da habe ich mich dann wieder so richtig wohlgefühlt und immer voller Spannung auf das erste Blech einer Plätzchensorte gewartet, um sie kosten zu können. Das war echt toll und das vermisse ich auch sehr.

 

Warum sage ich vermissen?

In der geistigen Welt wird kein Wert mehr auf Weihnachten gelegt, um nicht zu sagen, das gibt es hier nicht, außer man kreiert sich entsprechende Situationen. Mein Opi will auch dieses Jahr wieder einen Weihnachtsbaum mit einem riesigen, hell leuchtenden Stern als Spitze kreieren, weil er weiß, wie gern ich Weihnachten habe und wie wichtig Omi und mir der Weihnachtsbaum ist. Aber hätten wir nicht noch meine Eltern im Diesseits, weiß ich nicht, ob es uns auffallen würde, dass bald Weihnachten ist.

Da meine Eltern noch im Diesseits sind, bin ich gerade jetzt in der Weihnachtszeit noch mehr wie sonst bei ihnen. Aber leider hängt Mama oft durch und denkt an die vielen schönen Momente der Vergangenheit zurück, anstatt dass sie es sich jetzt weihnachtlich und gemütlich macht. Erst vorhin habe ich mit ihr einen Plan aufgestellt, was sie doch wenigstens als weihnachtliche Minimalausstattung machen könnte. Obwohl sie weiß, dass ich doch alles mitbekomme und mich freue, wenn mein Elternhaus in weihnachtlichem Glanz erstrahlt, ist sie doch oft gefangen in ihrer Trauer, dass sie sich nicht aufraffen kann, etwas für Weihnachten vorzubereiten. Da muss ich viel Überzeugungsarbeit leisten und höre so Sätze wie: „Für wen?“ „Ich habe es doch nur dir zu Liebe gemacht.“ Aber gerade das ist ja der Knackpunkt. Und so sehe ich dann wieder, dass sie das, was ich ihr immer predige, dass ich doch noch da bin und alles mitbekomme, noch nicht so verinnerlicht hat wie ich es mir wünschen würde.

 

Mama, bitte dekoriere das Haus weihnachtlich, bitte schmücke den Weihnachtsbaum für mich! Wenn ich zu dir komme, sehe ich ihn doch! Bitte backe wenigstens meine Lieblingsplätzchen, dann freue ich mich, wenn das ganze Haus so lecker duftet und denke nicht, ich bin nicht mehr da. Ich bin da und bekomme alles mit! Erinnere dich an unsere schönen gemeinsamen Momente und bedenke, die können wir uns doch jetzt auch wieder ermöglichen. Wie oft bist du in den letzten Jahren in der Vorweihnachtszeit mit einem Glas Tee in der Hand an meinem Bett gesessen und wir haben zusammen ein Stück Stollen oder einen Lebkuchen gegessen und haben uns unterhalten. Und genau das wünsche ich mir heute auch wieder. Setze dich bequem in den Sessel und unterhalte dich mit mir während du dein Weihnachtsgebäck ißt. Das funktioniert vorzüglich. Der einzige Nachteil ist eben, dass du mich nur spürst und nicht siehst. Da müssen wir weiter daran arbeiten, dass das Hellsehen bei dir noch besser ausgebildet wird. Es ist doch so viel mit mir als „Unsichtbarem“ möglich, du musst dich einfach nur von der Vorstellung trennen, dass alles so sein muss wie du es von früher kennst. Änderung, Aufbruch, Umdenken ist angesagt, du musst dich einfach auf unser neues gemeinsames Leben, auf unsere neue Zukunft einlassen und führen lassen. Unsere Verbindung ist so eng, da dürfte das doch gar kein Problem für dich darstellen.

Denke immer daran: ich freue mich über jede neue weihnachtliche Kleinigkeit, die unser Haus schmückt, die den Duft im Haus weihnachtlich verändert, denn ich bekomme alles mit, ich kann es nicht oft genug wiederholen. Und ich spüre mehr als früher deine intensive Liebe mit der du in meiner Wohnung für ein kleines bisschen weihnachtliches Flair sorgst – nur aus reiner Liebe zu mir, obwohl es für dich eine riesige Anstrengung und Überwindung bedeutet, dabei hast du früher so gerne ein schönes, weihnachtlich dekoriertes Haus gehabt. Freue dich so wie früher auf die vielen Lichter, denn bedenke immer, dass sich deine Freude auf auch mich überträgt und meine Energie erhöht, was dir und vielen anderen Seelen wieder zu Gute kommt und das freut dann auch dich wieder, dass du mir einen Gefallen getan hast. Das ist ein ewiger, von tiefer Liebe und Verbundenheit getragener, nie endender Kreislauf.

Deshalb freue dich mit mir an der Vorweihnachtszeit und lass uns gemeinsam die gemütliche Atmosphäre genießen. Sei nicht traurig, weil ich sie nicht mehr in Fleisch und Blut erlebe, aber ich erlebe sie und zwar viel inniger als zu meinen irdischen Zeiten, weil ich mich darauf jetzt viel mehr konzentrieren und jeden Moment viel intensiver erleben kann.

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